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Achtung: Legionellen-Gefahr

von am 9. November, 2022

Warmwasser-Temperatur keinesfalls absenken, warnen die Experten der Niederberger Gruppe.

ÔÇ×Ich kann nur an Immobilieneigent├╝mer appellieren, nicht die Temperaturen des Warmwassers abzusenken oder gar die Anlagen zeitweilig herunterzufahren. Denn das w├Ąre in Hinblick auf die Trinkwasserhygiene eine schlechte IdeeÔÇť, mahnt Stefan Kerkow des Geb├Ąudedienstleisters Niederberger Berlin.

Der Techniker, zu dessen Aufgaben auch Trinkwasseranalysen bei Berliner Gewerbetreibenden und Hausverwaltungen geh├Âren, bringt es auf den Punkt: ÔÇ×Die Reduzierung der Warmwasser-Temperaturen in der Trinkwasseranlage kann gesundheitliche Konsequenzen sowie enorme Folgekosten nach sich ziehen.ÔÇť

Das Problem sind Mikroorganismen, speziell Legionellen, im Trinkwasser, die dort selbst bei sachgerechter Aufbereitung in sehr geringer und nicht gesundheitsgef├Ąhrdender Konzentration vorkommen. Wird die Wassertemperatur in der Hausinstallation unter 50 Grad Celsius abgesenkt, vermehren sich jedoch Legionellen so stark, dass ihre Konzentration rasch einen hygienisch kritischen Punkt erreicht und folglich kein hygienisch einwandfreies Trinkwasser mehr bereitgestellt wird.

Kerkow erkl├Ąrt: ÔÇ×Legionellen sterben zwar bereits ab 55 Grad Celsius ab, jedoch erst ab 60 Grad Celsius auch ausreichend schnell. Deshalb sollte eine Austrittstemperatur von 60 Grad Celsius nicht unterschritten werden, denn je nach technischen Gegebenheiten muss ein geringer Temperaturverlust des Wasser im Zirkulationssystem bis hin zur Entnahmestelle von ein paar Grad, jedoch nicht mehr als 5 Grad Celsius, einkalkuliert werden.ÔÇť

Auch von der zeitweiligen Au├čerbetriebnahme der Warmwasseranlage ist abzuraten: Ist der Betrieb der Trinkwassererw├Ąrmung zeitlich eingeschr├Ąnkt und steht dadurch das Wasser in den Leitungen ├╝ber mehrere Tage, finden darin Mikroorganismen einen idealen N├Ąhrboden. ÔÇ×Daher sollte dringend auf einen regelm├Ą├čigen, idealerweise t├Ąglichen, Wasseraustausch des Kalt- und Warmwassers an allen Entnahmestellen geachtet und Stagnationszeiten von mehr als 72 Stunden vermieden werdenÔÇť, so Stefan Kerkow.

Eine Kontamination der Trinkwasserinstallation mit krankmachenden Mikroorganismen auf Grund falsch umgesetzter Energiesparma├čnahmen muss mit erheblichem technischem oder organisatorischem Aufwand bek├Ąmpft werden.

ÔÇ×Um eine Trinkwasseranlage wieder in ihren bestimmungsgem├Ą├čen und hygienischen Betrieb zu setzen, ist eine Reihe an Ma├čnahmen erforderlich, die den Betreiber am Ende teuer zu stehen kommen und den vermeintlichen Einspareffekt rasch ├╝bersteigen. Diese Ma├čnahmen sind eine Gef├Ąhrdungsanalyse, die Reinigung und Desinfektion der Anlage sowie, je nach Grad der Verunreinigung, die Sanierung der TrinkwasseranlageÔÇť, informiert Kerkows Kollege, Michael Dr├Ąger, Fachwirt f├╝r Reinigungs- und Hygienemanagement.

Wer seine Trinkwasseranlage ÔÇô oder Teile davon ÔÇô dennoch ├╝ber mehrere Wochen oder gar Monate au├čer Betrieb nehmen m├Âchte, sollte dies einem Fachbetrieb ├╝berlassen. Die Fachleute informieren nicht nur ├╝ber die Auswirkungen, sondern setzen auch die erforderlichen Ma├čnahmen f├╝r die sp├Ątere bedenkenlose Inbetriebnahme um.

So muss unter anderem auch bei abgeschalteter Trinkwassererw├Ąrmung die Zirkulationspumpe weiterhin f├╝r eine Umw├Ąlzung des Wassers sorgen und auch das kalte Wasser der Warmwasserleitungen regelm├Ą├čig durch Entnahme oder Sp├╝lung ausgetauscht werden

Links:

www.niederberger.de

Eine Infektion mit Legionellen erfolgt ├╝ber das Einatmen legionellenhaltiger Aerosole, beispielsweise beim Duschen, und kann die Legion├Ąrskrankheit, eine Form der Lungenentz├╝ndung, verursachen. Bild: Niederberger

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