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Fahrerloser Zug – gesteuert über 5G

von am 23. September, 2019
fahrerloser-Zug-5G

Auf dem Smart Rail Connectivity Campus steuert Vodafone derzeit einen Zug von Thales aus der Ferne. Der Telekommunikationskonzern hat dafür im Erzgebirge eine der ersten 5G-Stationen in Deutschland errichtet.

Als der Zug auf dem Smart Rail Connectivity Campus beschleunigt, ist der Führerstand leer. Der Zugführer sitzt nämlich mehrere hundert Meter entfernt in einer Steuerzentrale. Auf zwei Bildschirmen sieht er die Sicht aus dem Fahrerhäuschen und die Außenansicht vom fahrenden Zug.

Aus einer originalgetreuen Steuerzentrale heraus lenkt er den Zug. So, als ob er wirklich im Waggon sitzen würde. Beschleunigt der Lokführer, wird der Zug umgehend schneller. Bremst er ab, kommt der Zug zum Stehen. Eine Verzögerung in der Ausführung gibt es nicht.

Die Steuerbefehle werden per 5G direkt an den Zug übermittelt -  in Echtzeit. Das ist wichtig, denn wenn beispielsweise plötzlich ein Gegenstand auf der Fahrbahn liegen würde, müsste der Bremsvorgang direkt eingeleitet werden, um einen Unfall zu vermeiden.

Damit der Zug ferngesteuert werden kann, nutzt Vodafone die 5G-Technik Network Slicing, mit deren Hilfe sich verschiedene virtuelle Netzwerke eine physische Netzwerkstruktur teilen. Für das Testfeld stellt der Telekommunikationskonzern ein separat zugeschnittenes 5G-Netz zur Verfügung. So stehen für die Fernsteuerung vom Zug immer optimale Mobilfunk-Kapazitäten bereit, auch wenn zahlreiche Nutzer in der direkten Umgebung ebenfalls im Netz surfen.

Zudem werden die Daten unmittelbar vor Ort in einer Mobile Edge Cloud (MEC) verarbeitet, also in einem kleinen Rechenzentrum in direkter Nähe zur Mobilfunkstation. Weil die Daten keine weiten Wege mehr zurücklegen müssen, können sie verzögerungsfrei verarbeitet werden. In Zukunft könnten Züge beispielsweise für den Gütertransport ferngesteuert werden.

Links:

www.vodafone.de

Die neue Mobilfunk-Technologie ermöglicht auf der Teststrecke für Zugverkehr Bandbreiten von mehr als 500 Megabit pro Sekunde und verringert die Latenzzeiten, also die Verzögerung, mit der Daten übertragen werden, auf weniger als 10 Millisekunden. Bild: Vodafone

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