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Konfliktstoff: Instandhaltung von Abwasserkanälen

von am 18. Februar, 2010
Konfliktstoff: Instandhaltung von Abwasserkanälen

Das neue Wasserhaushaltsgesetzes (WHG), das am 01.03. in Kraft treten soll, regelt auch die Kontrolle von Abwasseranlagen. Kaum eine Materie birgt derart politisches und wirtschaftliches Konfliktpotenzial

Der Zustand der Abwassernetze in Deutschland ist laut einer Umfrage der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. sehr unterschiedlich: Bei rund ein Fünftel der öffentlichen Systeme sind Schäden vorhanden. Die Einschätzung der Defektraten bei privaten Kanälen (Hausanschlüsse und Grundleitungen auf häuslichen und gewerblichen Grundstücken) schwankt zwischen 50 und 90 Prozent. Mal sind es Wurzeln, die sich ihren Weg ins Innere einer Röhre gebahnt haben, mal haben sich Muffen gelöst oder Teilstücke der Abwasserleitung sind abgesackt.
Die wohl wichtigste Neuregelung in diesem Zusammenhang ist, dass § 61 Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) künftig bundesweit das Prinzip der Eigenkontrolle von Abwasseranlagen festlegt. Mit Inkrafttreten des WHG zum 01.03.2010 treten die derzeit geltenden Landeswassergesetze in den Teilen vorerst außer Kraft, in denen sie dem WHG entgegen bzw. in Konkurrenz zu ihm stehen.
Kontrollpflicht
Es wird dabei kein Unterschied zwischen öffentlichen Netzen, gewerblichen Anlagen oder privaten Grundstücksentwässerungen mit rein häuslichem Abwasser gemacht. Mit Inkrafttreten des neuen WHG bedeutet dies, dass es erstmals eine bundesweit unterschiedslos geltende wasserrechtliche Verpflichtung zur Selbstüberwachung auch von privaten Grundstücksentwässerungsanlagen gibt.
Entscheidend ist für Grundstückseigentümer das WHG in Verbindung mit DIN 1986-30. Gemäß DIN 1986 „Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke“, Teil 30 „Instandhaltung“ in der aktuell geltenden Fassung von Februar 2003, ist bis spätestens bis zum 31. Dezember 2015 eine Erstprüfung sämtlicher Grundstücksentwässerungsleitungen (inklusive Neubauten) und Schächte durchzuführen.
Jetzt aktiv werden
Sowohl private Grundstücksbesitzer, Wohnungsgesellschaften als auch abwasserbeseitigungspflichtige Kommunen haben dafür zu sorgen, dass die Kanalisation ihre Abwasseranlagen in einem einwandfreien und ordnungsgemäßen Zustand arbeitet. Tipp: Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt kann das neue WHG heruntergeladen werden.
Die AA Abfluss-AS GmbH empfiehlt, die verantwortliche Kommune zu kontaktieren, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Nach Informationen der Spezialisten haben diese bereits mit der Vorplanung begonnen ? jedoch variiert die Vorgehensweise von Kommune zu Kommune. Ausdrücklich warnt das Unternehmen vor Firmen, die mit der Dichtheitsprüfung windige Haustürgeschäfte machen möchten.

Links:

http://www.abfluss-as-allianz.de
http://gea.dwa.de

Vielen Eigentümern einer Immobilie, die diese gewerblich oder privat nutzen, ist nicht bekannt, dass die Vorsorge zur Vermeidung von Schäden an den Grundstücksentwässerungsanlagen zu ihren Pflichten gehört. Um sich schnell und kompetent in dieses Thema einzulesen, hat die DWA die Informationsschrift „Und was macht Ihr Hausanschluss?“ erstellt. Sie enthält die notwendigen Erläuterungen und Hinweise hinsichtlich der rechtlichen Pflichten sowie der technischen Möglichkeiten, die bei der Überprüfung und Instandsetzung der eigenen Grundstücksentwässerungsanlage relevant sind. Einzelexemplare können kostenfrei angefordert werden bzw. im Internet unter heruntergeladen werden. Bild: Thomas Max Müller, Pixelio

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