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Quote für grünen Wasserstoff und Biogas

von am 23. September, 2019
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Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW) fordert die Landespolitik auf, sich verstärkt für die Erzeugung grünen Wasserstoffs aus regenerativen Energiequellen wie Wind und Solar einzusetzen. Damit können Dekarbonisierung und Flexibilität in der Wärme- und Stromversorgung vorangebracht werden. Eine gesetzlich festgelegte und über die Jahre ansteigende Quote sei hierbei das Mittel der Wahl.

Grünes Gas, das Erdgas beigemischt und über das bestehende Gasnetz verteilt werden kann, bietet eine Möglichkeit, einen weiteren erneuerbaren Energieträger zur Wärmegewinnung bereitzustellen. So kann Wasserstoff – neben der direkten Anwendung in der Industrie, im (Schwerlast-)Verkehr oder in Brennstoffzellenbussen – zum Beispiel auch im Heizungskeller Einzug finden.

Einige Pilotprojekte in Norddeutschland setzen dies schon um. Aufbereitetes Gas aus Biogasanlagen wird seit Jahren ebenfalls direkt in das bestehende Gasnetz eingespeist. 2018 entsprach dies etwa einem Prozent des deutschen Erdgasverbrauchs.

„Aus Klimaschutzgründen wird es für die Zukunft entscheidend sein, den Anteil von konventionellem Erdgas schnell zu reduzieren. Nur mit grünem, regenerativ erzeugtem Gas ist die Gaswirtschaft ein wirklicher Partner für die Energiewende“, ist Jörg Dürr-Pucher, Vorsitzender der Plattform EE BW, überzeugt.

Bei konventionellem Erdgas werden Treibhausgase nicht nur bei der Verbrennung in Blockheizkraftwerken oder Gaskesseln emittiert, auch die hohen Emissionen während Förderung und Transport müssen berücksichtigt werden, insbesondere bei Fracking-Gas aus den USA.

Aus erneuerbarem Strom hergestellter grüner Wasserstoff bringt zudem Strom- und Gasnetz enger zusammen – aus Sicht der Plattform EE BW neben dem Ausbau von Wärmenetzen ein Schlüsselelement zur Energiewende. Auf diese Weise würde unter Rückgriff auf bestehende Infrastrukturen die Flexibilität im Energiesystem erhöht und eine zusätzliche Speichermöglichkeit geschaffen.

Franz Pöter, Geschäftsführer der Dachorganisation der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg, erklärt: „Die schnelle Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Gasnetz wird eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der nächsten Phase der Energiewende bis 2030 und darüber hinaus im zukünftigen System der vollständigen regenerativen Energieversorgung spielen.“

Links:

www.erneuerbare-bw.de

Die Erzeugung des grünen Gases ist teuer. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat nun aber zusammen mit Partnern in einer Forschungsplattform erfolgreich einen Beitrag zur Kostensenkung erprobt: Mit einem Anfang 2019 in Testbetrieb gegangenen Forschungselektrolyseur an einer kommerziellen Power-to-Gasanlage im süddeutschen Grenzach-Wyhlen erreichten die Wissenschaftler aufgrund neuer Elektrodenbeschichtungen 20 Prozent mehr Leistungsdichte als der industrielle Anlagenteil. Der Elektrolyseur besteht außerdem aus weniger Einzelteilen und ist besser für die Serienfertigung geeignet. Bild: ZSW

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