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Riemen statt Getriebe

von am 29. Mai, 2020

Continental stattet Windräder des chinesischen Herstellers Xinjiang Goldwind Science and Technology mit Antriebsriemen aus. Die am deutschen Standort Dannenberg hergestellten Riemen sorgen in der patentierten und weltweit einzigartigen Konstruktion dafür, dass sich die Rotorblätter auch ohne den Einsatz von Getrieben und Hydraulik jederzeit verstellen lassen.

Goldwind ist einer der wenigen Anbieter auf dem Markt, der für die Flügelverstellung, die wichtig wird, um flexibel auf sich ändernde Windstärken reagieren zu können, einen Antrieb ohne Getriebe einsetzt.

Rolf Marwede, der den Continental-Standort in Dannenberg leitet, erklärt: „Das hat einige Vorteile: Die Anlage ist oben in der Gondel, also dem Maschinenhaus, weniger komplex und dadurch weniger anfällig für Schwingungen und Störungen. Außerdem sind unsere Riemen sehr verschleißarm sowie langlebig.“

Die Riemen von Continental benötigen kein Öl zur Schmierung, sind insgesamt sehr wartungsarm und auch weitestgehend gegen Korrosion beständig. Letzteres ist gerade in Offshore-Windanlagen ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Metallkonstruktionen, die permanenter Salzwasserluft ausgesetzt sind.

„Eine einfachere Konstruktion mit Antriebsriemen ist im Gegensatz zu Getriebe-Lösungen auch kostengünstiger und auf lange Sicht effizienter“, sagt Marwede. Ein schneller Austausch bei einem Defekt ist ebenso leicht möglich, da nur der Riemen getauscht wird, nicht aber ein gesamtes Getriebe.

Die gewählte Riemen-Lösung basiert auf der Synchrodrive-Technologie von Continental: Im Riemeninneren sind verzinkte Stahlcorde verarbeitet, ummantelt werden sie von Polyurethan, das sowohl Zähne und Riemenrücken ausstattet und eine hervorragende Bindung zum Zugträger bildet. Polyurethan gilt als besonders abriebfest. Die beiden gegenläufigen Schlagrichtungen der Stahlcorde und ihrer Litzen bewirken ein neutrales Laufverhalten, sodass die Riemen extrem belastbar sind. Rund 12 Millionen Biegewechsel sind dabei keine Seltenheit.

Das Besondere an den bei Goldwind eingesetzten Riemen ist allerdings das Spezial-Gewebe, das am Continental-Standort in Northeim gefertigt wird. Hier nutzt der Spezialist für Antriebsriemen sein Know-how aus der Synchrochain-Technologie.

„Das Gewebe wirkt verschleiß- und geräuschmindernd und gibt dem Zahnriemen eine deutlich stabilere Struktur. So können wir die Leistungsfähigkeit des Riemens noch mal deutlich erhöhen“, erklärt Marwede. Das Gewebe verstärkt die Zähne und verbessert das Einlaufverhalten, was wiederum der Effizienz zu Gute kommt. „Im Endeffekt bringen wir hier zwei Produktgruppen zusammen und haben dadurch die ideale Lösung für die Goldwind-Anwendung entwickelt.“

Links:

www.contitech.de

Um den Bedarf des chinesischen Unternehmens an über 100 Kilometern Antriebsriemen jährlich zu decken, hat Continental bereits 2018 rund 2 Millionen Euro an seinem niedersächsischen Standort in eine neue Anlage investiert. Bild: Continental

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