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SKF bändigt Unwucht

von am 9. Dezember, 2019

Wer das neue Futurium in Berlin besucht, zieht vielleicht erst mal den Kopf ein: Vor dem Ausstellungshaus und Labor der Zukünfte „eiert“ nämlich ein vier Meter großer Teller an der Spitze eines über dreizehn Meter langen Metallstabs durch die Luft. Robuste SKF Lager haben aber den überdimensionalen Balance-Akt im Griff.

Die scheinbare Instabilität der „Drehmoment“ genannten Skulptur kommt nicht von ungefähr: „Die Arbeit kann als ein objektgewordener, vergrößerter Zirkusakt gelesen werden, als kindliche Spielerei“, beschreibt Jan Edler von der Berliner Künstlergruppe „realities:united“ das Werk. Umgesetzt wurde es von der Firma Streicher.

Andreas Beck, Leiter Planung und Entwicklung bei Streicher, berichtet: „Nach einigen virtuellen Testläufen fanden wir schließlich heraus, wie sich die künstlerische Idee am besten realisieren lässt.“

Bei der Umsetzung dieses Vorhabens wurde Streicher tatkräftig von der Ludwig Meister GmbH & Co. KG unterstützt: Der SKF Vertragshändler holte Experten aus Schweinfurt ins Boot – und die sahen sich mit der enormen Exzentrizität der Konstruktion konfrontiert. Beispielsweise weicht der Stab, auf dem der Teller „tanzt“, um ca. acht Grad von der vertikalen Achse ab. Damit ragt er an seiner höchsten Stelle um etwa 1,5 Meter über die Mitte der eigentlichen Antriebswelle hinaus.

„Hinzu kommt, dass der Teller selbst rund 170 Kilogramm wiegt und sich tatsächlich nur durch die Kreisel- und Zentrifugalmomente aufrichtet“, so Beck. Und dazu müsse die Antriebswelle mit bis zu 50 min-1 rotieren – wodurch sich die Mastspitze infolge elastischer Verformung um weitere 17 cm nach außen biege.

„Als ich dieses Anforderungsprofil zum ersten Mal sah, war ich wirklich ziemlich erstaunt“, gesteht Sebastian Pfister, Anwendungsingenieur im Bereich „OEM & Distribution“ bei SKF in Schweinfurt. Denn normalerweise arbeite jeder Maschinenbauer darauf hin, Unwuchten so weit wie irgend möglich zu vermeiden. In diesem Fall aber gehört die Unwucht zum künstlerischen Konzept.

Selbst ohne vorherige Erfahrung mit kinetischen Skulpturen fand Pfister einen passenden Lösungsansatz: Zur Lagerung der Antriebswelle kommen Pendelrollenlager der SKF Explorer-Klasse zum Einsatz: „Diese extrem robusten, winkelbeweglichen Lager eignen sich beispielsweise für die meterlangen Presswalzen von großen Papiermaschinen oder Brechern, wo sie Schiefstellungen sowie hohe radiale und axiale Belastungen aufnehmen“, erklärt der Anwendungsspezialist.

Unten beim massiven Fundament des Kunstwerks war der Platz im Lagergehäuse indes knapp: Dort blieben lediglich 120 Zentimeter Abstand zwischen den beiden Lagern. Außerdem musste Pfister während der konkreten Auslegung der Wellenlagerung berücksichtigen, dass bei der Rotation des „windschiefen“ Kunstwerks bis zu 200 Kilonewton in entgegengesetzten Richtungen auf die Pendelrollenlager einwirken.

„Das entspricht in etwa dem Gewicht eines durchschnittlichen Hydraulikbaggers“, veranschaulicht Pfister die bei diesem „Schleudergang“ auftretenden Kräfte, „und daraus resultierten durchaus anspruchsvolle Anforderungen – unter anderem an die Lagersitze.“

Inzwischen spielen die SKF Lager ihre Tragfähigkeit voll aus: Während der Öffnungszeiten des Hauses sorgen sie fünfmal täglich in 45-minütigen Betriebsphasen dafür, dass die Besucher des Futuriums am Spreebogen Denkanstöße für die Welt von morgen erhalten.

Links:

https://vimeo.com/realitiesunited/drehmoment-doku

www.skf.com

„Bei guter Pflege sorgt die SKF Lösung in diesem Kunstwerk sicher viele Jahre lang für eine beständige Rotation“, ist Sebastian Pfister überzeugt. Bild: David_von_Becker

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