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Studie zum Thema ERP Software

von am 4. Dezember, 2018

Das Hamburger Marktforschungs- und Beratungshaus Softselect hat im Rahmen einer Studie 139 ERP-Lösungen unter die Lupe genommen. Die Studie zeigt aktuelle Entwicklungen auf und gibt Unternehmen eine Entscheidungshilfe für die eigene IT- und Digital-Strategie. Ein Ergebnis: Anbieter von ERP-Systemen folgen immer mehr der Entwicklung hin zu offenen, skalierbaren und dienstorientierten Software-Plattformen, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen in den wachsenden Netzwerken zu steigern.

Sieben von zehn der untersuchten ERP-Softwarelösungen sind nach Herstellerangaben branchenneutral einsetzbar. Daneben gibt es zahlreiche Anbieter, die ihre Lösungen mit dem Zuschnitt auf die Erfordernisse spezifischer Branchen auf Nischenmärkte fokussieren.

Um ein möglichst breitgefächertes Portfolio abzudecken, kooperieren viele Business-Software-Anbieter zudem untereinander. Nicht nur führende ERP-Anbieter wie Microsoft und SAP arbeiten mit Vertriebs-Implementierungs-Partnern zusammen, die teilweise auch selbst spezifische Branchenpakete entwickeln und vertreiben.

Gerade Anbieter, die in der Lage sind, die Branchen- und Unternehmens-spezifischen Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig über Fähigkeiten zur Auswertung von Big Data sowie zur Integration von Daten und Geschäftsprozessen in das IT-Ökosystem verfügen, dürften überproportional von dem Wachstum profitieren.

Die Möglichkeit des elektronischen Datenaustausches mit Drittsystemen hat die Entscheidung über das Für und Wider der Einführung eines Systems schon oft gravierend beeinflusst. Heute sinkt die Anzahl autarker, nicht vernetzter Systeme stetig, während die Anzahl an „smarten“ Sensoren bzw. Aktoren oder auch einfach nur der „verbundenen“ Geräten sprunghaft wächst.

Mit „Big Data“ haben bereits viele Unternehmen wichtige Voraussetzungen geschaffen, um die stetig wachsenden Datenmengen – ob von smarten oder nicht smarten Systemen – nutz- und auswertbar zu machen. Vier von fünf Lösungen, die IOT-Funktionen bereitstellen, verfügen über Analysefunktionen speziell für IoT-Daten.

76 Prozent der Lösungen bieten für die IoT-Devices eine Anbindung über eine dedizierte Cloud-Plattform, während bereits bei rund zwei Drittel dieser Systeme ein IoT-Gateway zu den Standards zählt. Zwar bietet der Markt ein fundiertes Repertoire an Funktionen und Infrastrukturen zur Anbindung von IoT-Devices, der Einsatz dieser Technologien ist bis heute jedoch noch wenig verbreitet und auf vereinzelte Branchensegmente wie etwa der Fertigungsindustrie fokussiert.

SaaS-Angebot mit starkem Wachstum

Die meisten ERP-Lieferanten bieten ihre Lösungen nach wie vor als klassische Inhouse-Lösung an. 96 Prozent der in der Befragung untersuchten Lösungen können vor Ort (Inhouse) im Unternehmen bereitgestellt werden (2015: 88 Prozent). Das Angebot an Cloud-Lösungen bzw. Software-as-a-Service (SaaS) ist gegenüber 2015 auf 65 Prozent deutlich angewachsen (2015: 48 Prozent).

Web-basierte Technologien kommen in 55 Prozent der untersuchten Lösungen zum Einsatz und sind damit weiterhin weniger stark verbreitet als die klassische Client/Server-Technologie (90 Prozent). 47 Prozent der hier untersuchten Produkte bieten eine Kombination aus Client-Server und web-basierter Technologie an.

Trends bei ERP-Software

Die Industrie 4.0 rückt nicht zuletzt durch die digitale Agenda der deutschen Bundesregierung in den kommenden Jahren stark in den Fokus. Die Maschinen-zu-Maschinen- bzw. Maschine-Mensch-Schnittstelle soll eine vierte industrielle Revolution einleiten und die Service- sowie Produktionseffizienz deutlich steigern.

ERP-Systemen als zentraler, übergeordneter Instanz wird dabei die Aufgabe zukommen, die in den MES- und PPS-Systemen gewonnenen und analysierten Maschinendaten für die Entscheider produktiv nutzbar zu machen und die Subsysteme zu steuern.

Usability: Softwareanwender erwarten zu Recht einfach zu verstehende und leicht zu bedienende Anwendungen bei ERP-Systemen. Dennoch sind viele dieser Business Lösungen nach wie vor in der Bedienung umständlich und erst nach mehreren Tagen Schulung für den Anwender beherrsch- und bedienbar. Die Softwareanbieter reagieren und entwickeln ihre Lösungen zum Teil von Grund auf neu. Insbesondere die Entwicklung von Web-basierten Lösungen steht dabei zunehmend im Vordergrund.

Mobilität: ERP-Software als mobile Anwendung wird für viele Unternehmen immer wichtiger. Insbesondere für das Führungspersonal oder Außendienstmitarbeiter ist der Zugriff auf das ERP-System von unterwegs von hoher Bedeutung.

Zwar lassen sich mittlerweile viele ERP-Systeme auch dezentral über den Laptop bedienen. Apps für Tablets und Smartphones gibt es allerdings noch vergleichsweise selten und meist für einzelne Anwendungsbereiche wie Vertrieb, Service oder Materialwirtschaft.

Flexibilität wird für ERP-Systeme zu einer entscheidenden Fähigkeit. ERP-Lösungen, die sich nur umständlich oder mit viel Programmieraufwand anpassen lassen, sollen der Vergangenheit angehören. Agile ERP-Systeme können flexibel und aktiv an geänderte Rahmenbedingungen, wie neue Betriebssysteme oder Schnittstellen angepasst werden.

Aber auch auf Störungen und Ausnahmen in der Produktion oder der Lieferkette reagieren agile Anwendungen intelligent. Möglich wird dieses durch die Verzahnung von verschiedenen Informationsquellen wie dem Materialzustand, der Produktqualität, den Durchlaufzeiten sowie den IST- und Plan-Vorgaben.

Links:

www.softselect.de/it-studien/erp-software-studie-2018-2019 

Mit der Studie 290 – ERP Software 2019 bietet die Softselect GmbH Unternehmen eine Entscheidungshilfe und zeigt aktuelle Trends und Entwicklungen bei ERP-Software auf. Bild: Softselect

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