Instandhaltung und Feintuning als Wirtschaftsmotoren
Selten war die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland so gedrückt wie im Moment. Steigende Kosten, Engpässe bei Material und Fachkräften sowie billiger produzierende Konkurrenz aus dem Ausland setzen vielen Unternehmen hierzulande zu. Aber: „In einigen Bereichen ist und bleibt Deutschland federführend. Und die können eine entscheidende Schlüsselrolle in unserer wirtschaftlichen Zukunft spielen“, ist Michael Kern, Geschäftsführer der Spindel Full Service GmbH, überzeugt.
Die Spindel Full Service GmbH mit Sitz in Baden-Württemberg hat sich auf die Reparatur und Wartung von Spindeln, also den Herzstücken der Fräsmaschinen in der metallverarbeitenden Industrie und Medizintechnik spezialisiert. Und das Unternehmen könnte als Paradebeispiel für deutsche Wirtschaftsstabilität gelten – denn es setzt auf etwas, worin Deutschland nach wie vor die Nase vorn hat: Fachliche Spezialqualifikationen.
„Deutschland ist das einzige Land weltweit, indem es Ausbildungsberufe wie Industriemechaniker, Feinmechaniker oder Werkzeugmacher in dem Sinn gibt“, erklärt Michael Kern, der Geschäftsführer, und ergänzt: „Das ist eine große Kernkompetenz, die uns einen echten Vorteil verschafft.“
Sein Unternehmen, die Spindel Full Service GmbH setzt genau darauf. Es hat sich spezialisiert, Spindeln zu reparieren und präventiv instand zu halten. Das geht nur mit entsprechend qualifiziertem Fachpersonal. Der Service erhöht die Langlebigkeit der Maschinen und damit die Produktionseffizienz der Betriebe. Wer seine Maschinen warten lässt, mindert das Risiko, dass etwas kaputt geht und dadurch Produktion zum Erliegen kommt. Maschinenstillstand bedeutet immer einen wirtschaftlichen Nachteil.
Michael Kerns Vater, Markus Kern, erzählt diese Geschichte wie kaum ein anderer. Seine Karriere startet vor über 30 Jahren als Spindeltechniker. Nach zehn Jahren, in denen er das Handwerk von der Pike auf gelernt hat, verwirklicht er eine Vision: Eine individualisierte Vor-Ort-Rundum-Beratung. Anstatt Spindeln einfach nur nach einem bestimmten Schema zu reparieren und dadurch wiederkehrende Ausfälle in Kauf zu nehmen, will er die tatsächlichen Ausfallursachen aufdecken.
So ist er, zusammen mit einem Schweizer Hersteller, in den 90er Jahren maßgeblich an der ersten Ausarbeitung einer Spindel-Ausfallanalyse beteiligt. Gemeinsam mit den Schweizer Entwicklern bringt er die sogenannte HSC-Technik nach vorne und ist dabei, als die erste Motorspindel in Betrieb genommen wird. Er gilt als der Wegbereiter für den Spindel-Full-Service. Und ist der Einzige, der daraus ein Unternehmen gründet und zugleich einen Meistertitel als Werkzeugmacher trägt.
„Indem wir fachliche Spezialqualifikationen fördern und Unternehmen damit zu weniger Produktionsausfällen verhelfen können, können wir die deutsche Wirtschaft stärken. Das gilt nicht nur im Bereich Spindelservice,“ so Michael Kern.
„Das Jammern um Fachkräftemangel und demografische Veränderungen kann ich davon abgesehen nicht mehr hören. Es war noch nie so, dass es genügend Fachkräfte gab. Man ist als Unternehmen gefordert. Welchen Anreiz kann ein Unternehmen qualifizierten Kräften bieten? Denen geht es nicht rein ums Geld. Die brauchen einen guten Arbeitsplatz, der Karrierechancen bietet und die Möglichkeit, etwas zu erlernen, womit man fachlich etwas bewegen kann“, so Kern abschließend.
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