Bardenhagen bei Wendelstein 7-X
In der Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald kam es jüngst zu einem Einsatz für die Spezialisten von Bardenhagen. Um die Betriebssicherheit des Kühlsystems zu gewährleisten, setzten die Techniker aus Schwedt auf ein besonderes Verfahren zur Verstärkung der Rohrleitungen.
Die Kernfusion gilt als Hoffnungsträger für eine klimafreundliche und grundlastfähige Energieversorgung. Seit den 1950er Jahren arbeiten Forscher daran, die Prozesse im Inneren der Sonne kontrolliert auf die Erde zu übertragen. Dabei wird Wasserstoff auf mehrere Millionen Grad erhitzt und zu Plasma umgewandelt. Eingeschlossen wird dieses extrem heiße Plasma durch starke Magnetfelder.
Eine der führenden Forschungsanlagen auf diesem Gebiet ist Wendelstein 7-X in Greifswald. Der dort betriebene Stellarator des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik erzeugt seit 2015 Plasma. Ziel ist es, das sogenannte Tripelprodukt – eine Kombination aus Temperatur, Teilchendichte und Energieeinschlusszeit – so weit zu steigern, dass die Fusionsleistung den Energieeinsatz übertrifft. Aktuell teilt sich die Anlage den Weltrekord mit einem Tokamak-System.
Das Kühlsystem von Wendelstein 7-X umfasst rund 3.500 Meter Rohrleitungen mit Durchmessern bis zu 800 Millimetern und einem Betriebsdruck von bis zu 28 bar. Es wird mit vollentsalztem Wasser betrieben. In den Schweißnähten der Rohre wurden Qualitätsmängel festgestellt, die beseitigt werden mussten. Ein Roboter sollte die Nähte von innen beschleifen – doch dadurch wäre die Restwandstärke nicht mehr ausreichend gewesen.
Das Max-Planck-Institut entschied sich deshalb nach Tests für die Lösung von Bardenhagen: eine Laminierung zur Verstärkung der Schweißnähte. Zwei Techniker der Niederlassung Schwedt arbeiteten unter teils engen Bedingungen vier Wochen lang an mehr als 330 Schweißnähten. Nach intensiver Prüfung durch das Qualitätsmanagement wurde das Verfahren freigegeben. Damit ist der Weg für die geplante Bearbeitung der Nähte geebnet.
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