So geht die Digitalisierung der Prozessindustrie
Die Digitalisierung von Prozessen in Ex-Zonen stellt hohe Anforderungen an den Explosionsschutz. So müssen alle dort eingesetzten Infrastrukturkomponenten eigensicher oder explosionsgeschützt konzipiert und zertifiziert sein. Die Pepperl+Fuchs Gruppe begegnet diesen Anforderungen mit einem umfassenden Portfolio an zertifizierten Lösungen, von Smartphones, Tablets und HMI-Systemen über eigensichere Barrieren und Remote-I/O-Systemen bis hin zu Ethernet-APL-Technologie und Sensorik in Ex-Zonen.
Um Prozesse zu digitalisieren, bietet Augmented Reality (AR) ein enormes Potenzial auf Device-Ebene. Mithilfe der Technologie können Informationen in Echtzeit direkt ins Sichtfeld und Display der Mitarbeiter gebracht und sowohl räumlich als auch kontextsensitiv dargestellt werden. So lassen sich beispielsweise Markierungen an Kabeln oder Flanschen oder Prozesswerte unmittelbar neben den entsprechenden Ventilen darstellen.
Bei komplexen Aufgaben wie Stillstandarbeiten, Inbetriebnahmen oder der Fehlerdiagnose in schwer zugänglichen Bereichen bietet AR daher besonders großes Potenzial. Die Technologie eignet sich zudem ideal für die Einarbeitung und Qualifizierung neuer Mitarbeiter, beispielsweise im Rahmen praxisnaher On-the-Job-Trainings mit AR-gestützten Anleitungen oder mittels Remote Support.
Darüber hinaus lassen sich AR-Overlays mit digitalen Zwillingen von Assets koppeln, um Szenarien zu simulieren. Diese Integration sorgt für eine erhebliche Verbesserung der Entscheidungsgrundlagen, eine Steigerung der Effizienz und einen sicheren Anlagenbetrieb.
5G als Grundlage für AR
Der Mobilfunkstandard 5G ergänzt die Augmented-Reality-Technologie. Neben der notwendigen Bandbreite liefert 5G auch die geringe Latenz, die nötig ist, um AR-Inhalte in Echtzeit zu übertragen und nahtlos einzubinden.
Vor Ort erhalten Techniker so kontextsensitive Anleitungen, Overlay-Markierungen auf Bauteilen sowie Live-Daten wie Sensorwerte oder Verläufe direkt ins Sichtfeld eingeblendet. Gleichzeitig können sie jederzeit Unterstützung oder Anweisungen von Remote-Experten anfordern, die einfach zugeschaltet werden.
So rücken Wartungsprozesse stärker in Richtung Just-in-Time-Assistenz, wodurch Fehler reduziert und die First-Time-Fix-Raten erhöht werden. Die Planung verschiebt sich organisatorisch hin zu datengetriebenen, ereignisgesteuerten Workflows, wenn Predictive-Maintenance-Alerts beispielsweise automatisch AR-Checklisten auslösen.
Ein integrativer Ansatz ist dabei entscheidend. Bei AR und 5G handelt es sich nicht um Insellösungen. Sie müssen nahtlos an CMMS-/ERP-Systeme, Asset Digital Twins sowie Rollen- und Rechtemodelle angebunden werden.
Gelebte IT-Sicherheit
Die hohen Anforderungen an die IT-Sicherheit erfordern, dass sie bei allen Digitalisierungsinitiativen von Beginn an mitgedacht werden. Dabei lassen sie sich heute problemlos mit intuitiver und effizienter Bedienung vereinbaren, wie beispielsweise durch den Einsatz moderner und explosionsgeschützter Smartphones und Tablets von Pepperl+Fuchs. Diese Geräte verfügen über integrierte biometrische Authentifizierungsverfahren, wie beispielsweise Fingerabdrucksensoren oder Gesichtserkennung, die einen schnellen, nutzerfreundlichen und hochsicheren Zugang gewährleisten.
So entfällt im industriellen Alltag die zeitaufwändige Eingabe komplexer Passwörter, ohne dass darunter die Sicherheit leidet. Dank biometrischer Identifikation ist sichergestellt, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf sensible Daten, Steuerfunktionen, Unternehmensnetzwerke oder Applikationen haben. Zusammen mit verschlüsselter Kommunikation und rollenbasierten Zugriffskonzepten entsteht so eine Lösung, die nicht nur die Brücke zwischen maximaler Nutzerfreundlichkeit und maximaler Sicherheit erfolgreich schlägt, sondern gleichzeitig den reibungslosen Ablauf industrieller Prozesse gewährleistet.
Kunden profitieren außerdem davon, dass die mobilen Endgeräte von Pepperl+Fuchs Teil des Android Enterprise Recommended (AER) Programms sind. Dies garantiert eine konsistente, einfache Bereitstellung und Verwaltung der mobilen Lösungen durch Hardware- und Betriebssystem-Support sowie garantierte Sicherheits- und Betriebssystem-Updates. Die mobile Sicherheitslösung Samsung Knox gewährleistet darüber hinaus für Unternehmen eine hohe Gerätesicherheit und der auf ihnen gespeicherten Daten.
Connected Worker – hochvernetzt in die Zukunft
Eigensichere Tablets und Smartphones fungieren bereits jetzt als digitaler und vernetzter Hub für Connected Worker. Sie ermöglichen die Authentifizierung, sammeln Sensordaten und bündeln unterschiedlichste Kommunikationskanäle. Zudem erlauben sie die nahtlose Integration von mobilen Scannern, IoT-Gateways oder Kommunikations-Peripherals wie beispielsweise Headsets. Damit werden sie zum zentralen Baustein für sichere, effiziente und vernetzte Arbeitsprozesse in Ex-Bereichen.
Zukünftig werden Plattformen für „den Digitalen Schichtbetrieb“ entstehen, die Übergabeprotokolle, Know-how-Transfers, Shift Handovers und Schicht-KPIs digital abbilden und so eine umfassende Schichtdigitalisierung ermöglichen. Der Connected Worker entwickelt sich so Schritt für Schritt zu einem hochvernetzten, smart unterstützten Mitarbeitenden, der jederzeit in Echtzeit sicher und kontextsensitiv auf alle für ihn relevanten Informationen, Analysetools und Expertenwissen zugreifen und damit reagieren kann.
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