Angst ist ein schlechter Ratgeber
Keine Frage: ERP-Migrationen sind riskant. Nichtstun ist aber noch viel gefährlicher, denn damit setzen Unternehmen ihre Zukunftsfähigkeit aufs Spiel. Und mit den richtigen Methoden und Tools lassen sich die Risiken gut beherrschen, meint Sebastian Spicker ist Managing Director DACH bei IFS.
Immer wieder gehen Berichte über holprige, langwierige und sogar komplett gescheiterte ERP-Migrationen durch die Presse: Unternehmen konnten keine Bestellungen mehr verarbeiten, andere hatten Probleme bei der Rechnungszahlung, wieder andere kämpften mit massiven Lieferschwierigkeiten. Das schreckt viele Unternehmen ab. Ist der Umstieg auf ein neues System zu riskant? Sollte man besser die Finger davon lassen?
Nein, denn Nichtstun ist noch viel gefährlicher. Ein modernes ERP-System hilft dabei, seine Prozesse zu optimieren und macht Daten in Echtzeit verfügbar. Dadurch steigert es Effizienz, Transparenz und die Entscheidungsqualität erheblich. Zudem kann es – nicht zuletzt mit durchgängig integrierter Künstlicher Intelligenz – eine moderne technologische Basis für Wachstum, Automatisierung und künftige Digitalisierungsschritte legen. Wer darauf verzichtet, setzt seine Zukunftsfähigkeit aufs Spiel.
Zugegeben: Eine ERP-Migration hat eine enorme Tragweite – und das nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch. Technische Aspekte wie etwa die Datenmigration spielen natürlich eine zentrale Rolle, sind aber nicht die einzigen Herausforderungen.
Oft erfordert eine Migration auch umfassende Veränderungen in Arbeitsabläufen, Rollen und Zuständigkeiten. Die Mitarbeitenden bekommen es mit einem anderen System zu tun und werden mit neuen Arbeitsweisen, Terminologien und Schnittstellen konfrontiert.
Die gute Nachricht ist: Es gibt bewährte Methoden, mit denen Unternehmen die Risiken einer Migration minimieren können. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist eine präzise Zieldefinition. Nur wenn klar ist, welche Anforderungen das neue System erfüllen soll, kann es optimal konfiguriert werden. Ebenso entscheidend ist ein durchdachtes Datenmanagement: Die Daten aus dem Altsystem müssen bereinigt, konsolidiert und sorgfältig übertragen werden.
Effizientes Datenmanagement und eine reibungslose Migration erfordern nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine klare zeitliche Planung. Die Devise lautet daher: frühzeitig testen, kontinuierlich validieren und gezielt optimieren. Testmigrationen, Unit Tests und Tests der Nutzerakzeptanz helfen dabei, mögliche Fehler frühzeitig zu entdecken und rechtzeitig zu beheben.
Erfolgskritisch ist auch das Change-Management. Unternehmen sollten den Nutzen der neuen Software und die bevorstehenden Veränderungen klar kommunizieren und sämtliche Anwendergruppen schulen. Der Go-Live schließlich sollte abgestimmt sein und etwa in einem ruhigen Geschäftszeitraum erfolgen. Für den Fall, dass es dabei zu Störungen kommt, haben Unternehmen am besten Notfallpläne in der Schublade und eine entsprechende Support-Struktur vorbereitet, die sicherstellen, dass die Kernprozesse weiterlaufen.
Links:
Verwandte Artikel
Politik & Wirtschaft
-
Membrain zieht ins Campeon
Die Membrain GmbH hat ihre neue Firmenzentrale im Businesspark Campeon...
Condition Monitoring
-
Wenn der Blick von oben nicht ausreicht
Wenn Top-Down-Röntgen versagt: Wie Sideshooter-Systeme von Minebea Intec bei hohen,...
Drucklufttechnik
-
Druckluftsystemanalyse
Compair Energy Check: Systemweite Druckluftsystemanalyse deckt Schwachstellen auf und liefert...
Arbeitssicherheit
-
Lithium-Akkus im Betriebsalltag
Lithium-Akkus sicher lagern und laden: Grundregeln, Prozesse und geprüfte Lösungen...
Reinigung
-
So geht die Digitalisierung der Reinigung
Kärcher Connected Cleaning vereint Personalverwaltung und Flottenmanagement in einer Plattform...
Energie-Effizienz
-
DPS und Mietmodell: Ematec präsentiert Neuheiten zur Windenergy 2026
Ematec bietet die Rotorblatttraverse RBC-D ab Windenergy 2026 auch zur...
Fertigungstechnik
-
Yaskawa-Cobot optimiert Palettierung bei Privatmolkerei Bauer
Privatmolkerei Bauer automatisiert Pouchbeutel-Palettierung mit Yaskawa-Cobot HC20DTP: 20 Sekunden Taktzeit,...
Zulieferteile
-
Gates erweitert Hydraulikportfolio um Rohrschellen
Gates ergänzt sein Hydraulikportfolio um Rohrschellen nach DIN 3015 –...
Wartungs- & Werkstattbedarf
-
Sicher aufs Lkw-Dach, auch im Winter
Eis und Schnee sicher vom Lkw entfernen: Das Eisfrei-Gerüst-System von...
Messen & Überwachen
-
Windbranche setzt auf Wachstum
Windenergy Hamburg 2026: Über 40.000 Besucher und 1.600 Aussteller diskutierten...
Antriebs- & Steuerungstechnik
-
Manus Award sucht neue Anwendungen
Igus sucht beim manus award 2027 praxisnahe Anwendungen von Polymergleitlagern....
Facility Management
-
GT7 von Pudu Robotics: Drei Mähroboter im Vergleich
Pudu Robotics stellt mit GT3, GT5 und GT7 drei autonome...
Materialfluss
-
Neue Niederhubwagen-Serie
Clark präsentiert fünf neue Elektro-Niederhubwagen mit Tragfähigkeiten bis 2 Tonnen....
Themen
- Antriebs- & Steuerungstechnik
- Arbeitssicherheit
- Condition Monitoring
- Drucklufttechnik
- Energie-Effizienz
- Facility Management
- Fertigungstechnik
- Industrie-Service
- Management & Technologie
- Materialfluss
- Messen & Events
- Messtechnik & Überwachungstechnik
- Politik & Wirtschaft
- Reinigung
- Wartungs- & Werkstattbedarf
- Zulieferteile
Newsletter
ABONNEMENT
Sechs Ausgaben der B&I im Jahr für 45,– EUR inkl. MwSt.
Verpassen Sie keine Ausgabe mehr!







