Wie Wartung Katastrophen verhindern kann
Mit einem lauten Knall stürzte in der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember die Decke eines Hörsaals der Marburger Philipps-Universität ein. Glücklicherweise befand sich zu dieser Zeit niemand in dem Gebäude. Carsten Müller, Geschäftsführer der Echt! Smart Work GmbH und Experte für Wartung, fragt sich, ob der Einsturz hätte verhindert werden können.
Wer sich die erschreckenden Bilder der Verwüstung vom Hörsaal 205 im Landgrafenhaus der Philipps-Universität in Marburg anschaut, kommt schnell zu der Erkenntnis: Das hätte auch schlimmer ausgehen können. Zu den normalen Lehrzeiten wäre die Decke nämlich auf bis zu 400 Studierende gefallen. Mit Spekulationen über die Gründe für den Einsturz sollten sich Außenstehende natürlich bedeckt halten – die momentane Sachlage geht allerdings von einem Defekt in der Aufhängung aus.
An dieser Stelle stellt sich die Frage: Hätte dem Einsturz, und damit einem Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro, vorgebeugt werden können? Dachwartung erweist sich auch bei öffentlichen Gebäuden immer noch als blinder Fleck, da es vonseiten des Gesetzgebers keine fixen Kontrolltermine wie beispielsweise bei vorgeschriebenen Emissions-Prüfungen von Heizungsanlagen gibt. Regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen geraten somit schnell aus den Augen und damit auch aus dem Sinn.
Dabei sollten alte Bauten dieser Art – dieser Teil der Universität wurde im Jahr 1924 errichtet – jedoch regelmäßig auf Herz und Nieren geprüft werden. Im Schadensfall nämlich spielt es eine große Rolle, ob der Nachweis geführt werden kann, dass alle erforderlichen und zumutbaren Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden.
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