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Automatisierte Fahrzeuge mit „Wanderkarten“

von am 6. Mai, 2021

Wer Prozesse im Lager automatisieren will, braucht große Mengen an Daten über die vorhandene Infrastruktur. Wie sich diese Informationen einfacher beschaffen und möglicherweise sogar standardisieren lassen, damit beschäftigte sich unter anderem das im Februar 2021 beendete Forschungsprojekt „Industrielle Indoor-Lokalisierung“ (IIL). Still hat in dieses Projekt nicht nur seinen Erfahrungsschatz auf dem Gebiet der Fahrzeugautomatisierung und Robotik einfließen lassen, sondern mit seinem autonomen Horizontalkommissionierer OPX iGo neo auch das passende Fahrzeug im Portfolio.

Die Indoor-Lokalisierung bietet der Intralogistik wichtige Werkzeuge für zukunftsweisende Automatisierungslösungen. Doch nur wer ganz genau weiß, wo sich zum Beispiel ein Stapler, ein Roboter oder eine Palette zu einem bestimmten Zeitpunkt befinden, kann diese Potenziale auch heben.

„Für diese Standortbestimmung brauchen wir detailliertes und möglichst standardisierbares Kartenmaterial“, weiß Tino Krüger-Basjmeleh, Robotikexperte bei Still. Dieser einheitliche Referenzrahmen wurde zwischen 2018 und 2021 im vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie von der Freien und Hansestadt Hamburg geförderten Forschungsprojekt „Industrielle Indoor-Lokalisierung“ entwickelt.

Dabei entstand eine quelloffene Referenzarchitektur zur Indoor-Lokalisierung (RAIL), welche die Bereitstellung von standortabhängigen Diensten (Location-based Services) vereinfacht. Still war an dieser Kooperation von Wissenschaft (Technische Universität Hamburg) und Industrie ebenso beteiligt wie der Sensorhersteller Pepperl+Fuchs.

„Heute werden zahlreiche Automatisierungsprojekte nur deshalb nicht realisiert, weil bei deren Umsetzung jedes Mal ein großer initialer Aufwand für die Kartenerstellung und die Inbetriebnahme von Fahrzeugen anfällt“, beschreibt Tino Krüger-Basjmeleh den Ist-Zustand und damit die Hintergründe des Forschungsprojekts. Er ergänzt: „Spätestens an dieser Stelle besteht die Gefahr, dass Kunden abwinken und aufkeimende Automatisierungspläne verwerfen.“

Tatsächlich werden also große Potenziale in einem wichtigen Zukunftsmarkt verschenkt. Um dies zu ändern, werden Karten benötigt, die Mensch und Maschine in die Lage versetzen, unterschiedliche Bedarfe zu bedienen und komplexe Entwicklungen zu entkoppeln. Zudem sollten diese Karten auch von Nichttechnikern schnell und einfach an die jeweilige Umgebung anpassbar sein.

„Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dann werden die intelligenten Lokalisierungstechnologien schon in naher Zukunft Kosten senken, die Produktivität steigern und die Arbeitssicherheit erhöhen. Mit den Ergebnissen des jetzt abgeschlossenen IIL-Projekts sind wir diesen Zielen einen großen Schritt nähergekommen“, ist sich der Robotikexperte sicher.

Ein wichtiger Erfolgsgarant des Forschungsprojekts war der von Still eingebrachte autonome Horizontalkommissionierer OPX iGo neo. „Mit der in dem OPX iGo neo bereits in Serie verbauten Sensorik ist das integrierte Fahrzeugrobotiksystem bereits von Haus aus in der Lage, alle Fragestellungen zu beantworten, die ein automatisiertes Fahrzeug beantworten muss“, beschreibt Tino Krüger-Basjmeleh.

„Während des Projektverlaufs haben wir viele neue Fähigkeiten für den OPX iGo neo entwickelt und damit seine Autonomie nochmals deutlich gesteigert. So ist ein neuer Prototyp des Fahrzeugs entstanden, mit dem wir unseren Kunden künftig zahlreiche Automatisierungsansätze sehr anschaulich und ohne großen Aufwand demonstrieren können“, so Krüger-Basjmeleh.

Links:

www.still.de

Weitere Infos zum Projekt

„Durch die intelligenten Karten und die neuen Fahrzeugfähigkeiten können wir zukünftig schnell und reibungslos automatisierte Fahrzeuge beim Kunden installieren und mit ihm darüber beraten, ob die vorgeschlagene Lösung seinen Bedarf tatsächlich abdeckt. So hilft uns die Teilnahme an derartigen Forschungsprojekten einerseits dabei, den Kundennutzen zu steigern. Auf der anderen Seite können wir unseren Vorsprung auf unsere Marktbegleiter aufrechterhalten“, erklärt Tino Krüger-Basjmeleh, Robotikexperte bei Still. Bild: Still

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