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Instandhaltung datenbasiert verbessern

von am 16. Oktober, 2026

Wie lassen sich technische Anlagen zuverlässiger betreiben, Ausfälle vermeiden und Instandhaltungskosten über den gesamten Lebenszyklus senken? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das 8. RAMS/LCC-Expertenforum am 5. und 6. November 2026 in Dresden. Auf dem Programm stehen unter anderem datenbasierte Instandhaltung, Multi-Sensor-Monitoring, Sensorik, Lebenszykluskosten und der Einsatz künstlicher Intelligenz.

Wenn technische Anlagen ausfallen, geht es nicht nur um die unmittelbaren Reparaturkosten. Auch Produktionsstillstände, Folgeschäden, Sicherheitsrisiken und aufwendige Instandhaltungsmaßnahmen können die Wirtschaftlichkeit eines Systems erheblich beeinträchtigen.

Hier setzt das RAMS-Management an. Es verfolgt das Ziel, die Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit und Sicherheit technischer Systeme systematisch zu planen, zu bewerten und über ihren Lebenszyklus hinweg zu verbessern.

Was ist RAMS?

RAMS ist die Abkürzung für die englischen Begriffe Reliability, Availability, Maintainability und Safety. Auf Deutsch stehen sie für Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit und Sicherheit. Die vier Kriterien hängen eng zusammen, beschreiben jedoch unterschiedliche Eigenschaften eines technischen Systems.

Zuverlässigkeit bedeutet, dass eine Maschine oder Anlage ihre vorgesehene Funktion unter festgelegten Bedingungen über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Verfügbarkeit beschreibt, ob sie bei Bedarf tatsächlich einsatzbereit ist. Die Instandhaltbarkeit wiederum gibt an, wie gut sich ein System unter definierten Bedingungen warten, reparieren oder wieder in einen funktionsfähigen Zustand versetzen lässt. Safety schließlich betrachtet die Sicherheit von Menschen und die Vermeidung unvertretbarer Risiken.

Für die Instandhaltung ist insbesondere das Zusammenspiel dieser Faktoren entscheidend. Eine Komponente kann beispielsweise vergleichsweise selten ausfallen, im Störungsfall aber nur mit hohem Zeit- und Kostenaufwand repariert werden. Umgekehrt lässt sich eine Anlage durch kurze Reparaturzeiten schnell wieder verfügbar machen, obwohl ihre Zuverlässigkeit verbesserungsbedürftig ist. RAMS hilft dabei, solche Zusammenhänge zu analysieren und technische wie organisatorische Maßnahmen gezielt abzuleiten.

Vom Anlagenentwurf bis zum Betrieb

RAMS ist kein Verfahren, das erst bei einer Störung zum Einsatz kommt. Vielmehr beginnt die Betrachtung bereits bei der Entwicklung und Planung eines technischen Systems. In dieser Phase werden Anforderungen an Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit und Sicherheit definiert, mögliche Risiken analysiert und Maßnahmen zur Fehlervermeidung festgelegt.

Im weiteren Verlauf werden die Anforderungen bei der Konstruktion, Fertigung und Inbetriebnahme überprüft und dokumentiert. Auch im laufenden Betrieb bleibt das Konzept relevant: Ausfall- und Felddaten liefern Hinweise auf Schwachstellen, während systematische Analysen helfen, Instandhaltungsstrategien anzupassen und technische Verbesserungen zu begründen.

Methoden wie die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA), die Fehlerbaumanalyse oder die Reliability-Centered Maintenance (RCM) unterstützen diesen Prozess. Sie helfen, mögliche Fehler systematisch zu untersuchen, Risiken zu bewerten und Instandhaltungsmaßnahmen nach ihrer technischen Notwendigkeit auszurichten. Entscheidend ist dabei, belastbare Daten zu nutzen und die Ergebnisse in konkrete Entscheidungen zu überführen.

Daten für die Instandhaltung nutzen

Wie sich diese Ansätze praktisch umsetzen lassen, ist ein Schwerpunkt des 8. RAMS/LCC-Expertenforums, das die IZP Dresden mbH gemeinsam mit dem Bahntechnik-Cluster Rail.S veranstaltet. Die branchenübergreifende Fachtagung findet am 5. und 6. November 2026 im Penck Hotel Dresden statt.

Für Instandhaltungsverantwortliche besonders interessant sind mehrere Vorträge zur Digitalisierung und Zustandsüberwachung. So geht es um den langen Weg zu einer digitalen und datenbasierten Instandhaltung von Weichen sowie um die effiziente Anwendung von Weichensensorik. Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit standardisierten Zustandskennzahlen aus dem Multi-Sensor-Monitoring für Ingenieurbauwerke.

Die Themen verdeutlichen, worauf es bei zustandsorientierter Instandhaltung ankommt: Messdaten müssen nicht nur erfasst, sondern so aufbereitet und bewertet werden, dass sie belastbare Aussagen über den Zustand technischer Komponenten ermöglichen. Werden Veränderungen frühzeitig erkannt, lassen sich Wartungsmaßnahmen besser planen und Eingriffe gezielter vorbereiten. Das kann helfen, unnötige Arbeiten ebenso zu vermeiden wie ungeplante Ausfälle. Voraussetzung dafür sind geeignete Sensorik, aussagekräftige Kennzahlen und eine systematische Auswertung der gewonnenen Daten.

Lebenszykluskosten im Blick

Neben der technischen Zuverlässigkeit stehen die Lebenszykluskosten im Mittelpunkt. LCC steht für Life Cycle Costing beziehungsweise Lebenszykluskostenrechnung. Betrachtet werden dabei nicht nur die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, sondern die Kosten, die über die gesamte Nutzungsdauer eines Systems anfallen. Dazu gehören beispielsweise Energieverbrauch, Instandhaltung, Ersatzteile, Reparaturen und gegebenenfalls die Außerbetriebnahme.

Die gemeinsame Betrachtung von RAMS und LCC schafft eine Grundlage, um technische Entscheidungen nicht allein anhand des Kaufpreises oder einzelner Instandhaltungsbudgets zu treffen. Eine zunächst teurere Komponente kann wirtschaftlicher sein, wenn sie zuverlässiger arbeitet, weniger Wartung benötigt oder sich schneller reparieren lässt. Um solche Zusammenhänge fundiert beurteilen zu können, müssen die zugrunde gelegten Kostenparameter und Daten allerdings nachvollziehbar sein.

Das Forum greift diese Fragestellung unter anderem mit einem Beitrag zur Überprüfung kostenrelevanter Parameter anhand einer detaillierten Lebenszyklusanalyse schwerer Lkw auf. Außerdem geht es um die praktische Anwendung von LCC, typische Datenlücken und Herausforderungen bei der Umsetzung.

FMEA, KI und Sicherheit

Weitere Programmpunkte befassen sich mit der Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) und den Veränderungen, die künstliche Intelligenz für deren Anwendung mit sich bringt. Hinzu kommen Themen wie die automatisierte Fehlererkennung in RAMS/LCC-Anwendungen, funktionale Sicherheit und Cybersecurity. Auch neue europäische Anforderungen an die Cybersicherheit digitaler Produkte und kritischer Infrastrukturen werden behandelt.

Damit richtet sich die Veranstaltung nicht allein an Spezialisten für Zuverlässigkeitsanalysen. Sie bietet auch Anknüpfungspunkte für Fachleute, die Instandhaltungsprozesse digitalisieren, Zustandsdaten besser nutzen oder technische und wirtschaftliche Entscheidungen über den Lebenszyklus hinweg fundierter treffen möchten.

Das Expertenforum wird als Hybridveranstaltung angeboten. Interessierte können daher zwischen einer Teilnahme vor Ort und einer Online-Teilnahme wählen.

Links:

Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Die von der IZP Dresden organisierte Fachtagung bringt Experten verschiedener Branchen zusammen. Beiträge behandeln unter anderem die digitale Instandhaltung von Weichen, den Einsatz von Sensorik zur Instandhaltung sowie standardisierte Zustandskennzahlen aus Multi-Sensor-Monitoring. Weitere Themen sind Lebenszykluskosten, FMEA und KI sowie funktionale Sicherheit und Cybersecurity. Bild: IZP Dresden

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