Anzeige
Anzeige

Stellenabbau bei Schaeffler

von am 4. November, 2026

Schaeffler steigert in den ersten neun Monaten 2026 sein operatives Ergebnis und bestätigt die Jahresprognose. Gleichzeitig plant der Automobil- und Industriezulieferer den Abbau von 3.460 Stellen in Europa, davon rund 2.660 in Deutschland.

Die Schaeffler Gruppe hat ihre Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2026 vorgelegt. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds blieb der währungsbereinigte Umsatz mit 17,481 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 17,672 Milliarden Euro entspricht dies einem leichten Rückgang.

Das operative Ergebnis entwickelte sich dagegen positiv: Das EBIT vor Sondereffekten stieg um 6,5 Prozent auf 794 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 4,2 auf 4,5 Prozent. Während die Regionen Europa und Americas weitgehend auf Vorjahresniveau lagen, verzeichnete Asien/Pazifik ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 7,3 Prozent. In Greater China ging der Umsatz hingegen um 7,9 Prozent zurück.

Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld sieht die breit aufgestellte Unternehmensstruktur als stabilisierenden Faktor. Rückläufige Entwicklungen im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft hätten teilweise durch andere Bereiche kompensiert werden können. Zudem verweist er auf neue Kunden und ein wachsendes Auftragsbuch in der humanoiden Robotik. Schaeffler bestätigt daher seine Prognose für das Geschäftsjahr sowie die Mittelfristziele für 2028.

Stellenabbau und …

Parallel zu dieser Ergebnisentwicklung hat der Vorstand ein weiteres umfangreiches Restrukturierungsprogramm bekannt gegeben. Es sieht den Abbau von Tausenden Stellen, die Schließung von Standorten sowie Einschnitte bei Produktions- und Entwicklungskapazitäten vor.

Als Gründe nennt Schaeffler die rückläufige Marktentwicklung im Automobilgeschäft, eine schwächere Nachfrage nach Verbrennerfahrzeugen und den verzögerten Hochlauf der Elektromobilität. Hinzu kämen hohe Personalkosten pro Kopf in Deutschland sowie eine komplexe Organisation mit zu vielen Führungsebenen.

Insgesamt sollen netto 3.460 Stellen in Europa wegfallen, davon rund 2.660 in Deutschland. Etwa die Hälfte der Stellenstreichungen betrifft die Produktion, 30 Prozent Forschung und Entwicklung und 20 Prozent weitere Funktionsbereiche. Insgesamt sind 16 Standorte in Europa betroffen; fünf sollen perspektivisch geschlossen werden, darunter vier in Deutschland.

Zu den geplanten Schließungen zählen die Werke Dortmund mit derzeit 430 Beschäftigten und Morbach mit 160 Mitarbeitenden. Beide gehören zur Sparte Powertrain & Chassis und fertigen Produkte für Verbrennungsmotoren. Auch die Aktivitäten am Standort Berlin mit etwa 270 Beschäftigten sollen eingestellt werden. Schwalbach wird ebenfalls aufgegeben; ein Großteil der rund 385 Beschäftigten soll an den Standort Frankfurt wechseln. Insgesamt sind in diesem Zusammenhang etwa 190 Stellen vom Abbau betroffen.

Weitere Anpassungen sind unter anderem in Höchstadt, Erlangen und Schweinfurt sowie an Standorten wie Herzogenaurach, Bühl, Nürnberg und Regensburg vorgesehen. Außerhalb Deutschlands sollen Produktions- und Entwicklungskapazitäten in Frankreich und der Slowakei angepasst werden. Der belgische Produktionsstandort Herstal wird geschlossen.

Bezogen auf die deutsche Stammbelegschaft von 31.957 Mitarbeitenden zum 30. September 2026 entspricht der geplante Abbau von 2.660 Stellen rund neun Prozent. Werden auch die Maßnahmen aus früheren Programmen und die bereits vereinbarten Altersteilzeitverträge berücksichtigt, steigt der Anteil laut Schaeffler auf rund 18 Prozent.

… ein eventueller Solidaritätsbeitrag

Der geplante Stellenabbau soll durch einen Solidaritätsbeitrag ergänzt werden. Dieser soll unter anderem einen temporären, freiwilligen Gehaltsverzicht umfassen, der beim Vorstand beginnt und sich über alle Hierarchieebenen erstrecken soll. Die konkrete Ausgestaltung steht noch nicht fest und ist noch mit den relevanten Gremien abzustimmen.

Der Beitrag soll 2027 und 2028 die Personalkosten pro Kopf senken und die Ergebnisrechnung unmittelbar entlasten. Nach Unternehmensangaben wäre der Stellenabbau ohne diese Maßnahme noch größer ausgefallen.

Links:

www.schaeffler.com

Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, betonte, man wolle mit dem angekündigten Programm zeigen, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen möglich und sinnvoll sei, langfristig wettbewerbsfähig und kosteneffizient in Deutschland und Europa zu entwickeln und zu produzieren. Voraussetzung dafür sei es, Standorte zu konsolidieren, Technologiekompetenzen in ausgewählten regionalen Clustern zu bündeln und die Personalkosten pro Kopf zu optimieren. „Gleichzeitig wollen wir die Organisation weiter verschlanken und Hierarchieebenen reduzieren. Das wichtigste Element des Programms – auch im Vergleich zu vorangegangenen Programmen – ist der Solidaritätsbeitrag, der unter anderem einen temporären Gehaltsverzicht über alle Hierarchieebenen hinweg umfassen soll.“ Bild: Schaeffler

 

Artikel per E-Mail versenden