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Bilfinger senkt Prognose

von am 21. September, 2026

Beim Industriedienstleister Bilfinger bleibt die erwartete Belebung des Geschäfts im zweiten Halbjahr 2026 aus. Kunden verschieben Investitionen und rufen Leistungen aus Rahmenverträgen zurückhaltender ab.

Das Unternehmen senkt deshalb seine Jahresprognose und startet zugleich das Programm „Agile“, das Kapazitäten und Strukturen an die veränderte Marktlage anpassen soll. Bis zu 1.500 Stellen stehen in diesem Zusammenhang weltweit zur Disposition.

Im dritten Quartal verzeichnet Bilfinger eine deutlich geringere Nachfrage. Die Zurückhaltung zeigt sich sowohl bei der Vergabe von Neuaufträgen als auch bei den Abrufen aus bestehenden Rahmenverträgen. Als wesentlichen Einflussfaktor nennt das Unternehmen den länger als erwarteten Krieg im Mittleren Osten.

Die verzögerten Investitionen führen insbesondere in Hochlohnländern zu Unterauslastung. Zusätzlich belastet ein ungünstiger Produktmix die Ertragslage, da komplexe und entsprechend höherpreisige Arbeiten bislang nicht in dem erwarteten Umfang abgerufen werden.

Für 2026 erwartet Bilfinger nun einen Umsatz von 5,3 bis 5,7 Mrd. Euro. Bislang hatte das Unternehmen 5,4 bis 5,9 Mrd. Euro prognostiziert. Die erwartete EBITA-Marge sinkt von bislang 5,8 bis 6,2 Prozent auf 3,2 bis 3,6 Prozent.

Mit dem Programm „Agile“ begegnet Bilfinger diesen Entwicklungen. Das Unternehmen will hierbei unter anderem Ressourcen stärker bündeln und Kapazitäten an die veränderte Nachfrage anpassen. Hinzu kommt der Aufbau einer globalen Shared-Services-Organisation.

Weltweit könnten bis zu 1.500 Stellen vom Abbau betroffen sein. Bilfinger will die Umsetzung mit den Sozialpartnern abstimmen und im vierten Quartal 2026 rund 75 Mio. Euro an Rückstellungen für das Programm bilden. Das Programm soll sich dann ab 2027 positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Ab 2028 werden jährliche Einsparungen von 75 Mio. Euro erwartet.

Links:

www.bilfinger.com/de/

„Die erwartete signifikante Belebung des Geschäfts im zweiten Halbjahr bleibt deutlich hinter unseren Annahmen zurück. Daher ist eine Anpassung unserer Prognose 2026 erforderlich. Gleichzeitig handeln wir entschlossen: Mit dem Programm ‚Agile‘ erhöhen wir die Flexibilität unserer Organisation, um auf Marktveränderungen – wie den anhaltenden Konflikt im Mittleren Osten – künftig schneller und unabhängiger reagieren zu können. Wir sind überzeugt, dass wir Bilfinger damit langfristig noch stärker als verlässlichen Partner seiner Kunden bei der Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit positionieren“, sagt Thomas Schulz, Vorstandsvorsitzender von Bilfinger. Bild: Bilfinger

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